Jun 19 2009
Reputation Management – 5 grundlegende Tipps
Immer öfter hört und liest man auch in Mainstream-Medien den Begriff “Reputations-Management” – doch was ist das überhaupt? Vereinfacht gesagt geht es beim Reputations-Management darum, die Kontrolle über das eigene Image im Internet zu behalten.
Diese Imagepflege ist für Privatpersonen und Unternehmen gleichermaßen wichtig, allerdings auf unterschiedliche Weise. Abgesehen davon dass jeder Mensch ein Interesse daran hat oder haben sollte, dass er auch im Internet wahrheitsgetreu dargestellt und nicht verleumdet wird, ist es heute gerade bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz wichtig zu wissen, was im Internet über einen zu finden ist.
Der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater hat in einer Studie herausgefunden, dass fast 30% der Personalchefs sich gezielt mit Suchmaschinen oder in Social Networks über ihre Bewerber informieren. Die im Internet gefundenen Informationen können durchaus zur Ablehnung führen.
Im Privaten: Datenschutz und Reputations-Management
Auch im scheinbar privaten Umfeld von Netzwerken wie wer-kennt-wen, Lokalisten oder facebook lohnt es sich also, zumindest die allgemeinen Regeln des Anstands und der Höflichkeit zu beachten. Es sollte auch nicht jedes Partyfoto unbedingt online gestellt werden, und wenn es anfangs noch so lustig erscheint.
Für Privatleute ist es schon aus Gründen des Datenschutzes wichtig, bei einer Mitgliedschaft in einem Social Network auf die Sicherheitseinstellungen zu achten. Bilder sollten nur sehr sparsam und bedacht hochgeladen werden, und auch bei Auswahl des Profilbildes sollte man Sorgfalt walten lassen.
Faustregel: Am besten nichts online stellen, was man nicht den eigenen Großeltern oder dem aktuellen oder zukünftigen Chef zeigen würde. Alternativ die allerstrengsten Sicherheits- einstellungen wählen, die das jeweilige Netzwerk bietet.
Allerdings ist das keine Gewähr dafür, dass die Informationen nicht doch aufgefunden werden können. Über die Aktivitäten anderer User hat man im aufsichtsarmen user-generierten Web 2.0 natürlich keine Kontrolle.
Für Unternehmen: Imagepflege vor Krisen-PR
Für Unternehmen ist das Reputations-Management sogar noch wichtiger. In Zeiten größtenteils austauschbarer Produkte muss ein Alleinstellungsfaktor her – im Zweifelsfall der gute Ruf des Unternehmens.
Guter Ruf und gute Auffindbarkeit im Internet gehen dabei oft Hand in Hand. Wer mit seiner Internetseite trotz starker Markenpräsenz auf dem Markt bei Google etc. nicht unter den ersten fünf Treffern ist, hat schon einen leichten Kratzer am Image abbekommen. Ist unter den ersten fünf Treffern aber eine Verbraucherseite mit negativen Kritiken zum eigenen Produkt, ist der Lack gleich ganz ab.
Für Unternehmen ist daher eine dauerhafte Anstrengung wichtig, der sich aus SEO-Maßnahmen und aktivem Reputations-Management zusammensetzt. Wenn gegen schlechte Bewertungen und vielleicht sogar Verleumdungen nicht sachlich oder juristisch vorgegangen werden kann, muss man die schlechten Seiten eben verdrängen. Wie? Durch eigene starke Präsenz im Internet, auf vielen Plattformen wie Netzwerken und Blogs.
Gerade Google listet aktuell Twitter-Accounts ganz weit oben in den Suchergebnissen. Das bedeutet, dass im Ernstfall schon mal eine Seite mit schlechten Produktbewertungen oder persönlichen Beleidigungen nach unten geschoben wurde – mit Glück auf die zweite Seite, die eh kaum jemand ansieht.
Unternehmen können mit ein bisschen Wachsamkeit schon den Anfängen von Image-Krisen begegnen, indem sie aktives Krisenmanagement betreiben und vor allem den offenen Dialog pflegen. Ein Patzer wird von den Verbrauchern eher verziehen, wenn das Unternehmen ihn zugibt und nachweisen kann, dass alle Anstrengungen gemacht werden um weitere Vorfälle zu vermeiden. Langwieriges und stures Leugnen hingegen macht nie einen guten Eindruck – und sorgt mit 100%iger Wahrscheinlichkeit für mehr negative Äußerungen als der ursprüngliche Fehler.
Ein gutes Mittel der Krisen-PR ist dabei ein Corporate Blog, wenn es regelmäßig gepflegt wird und in dem wirklich aktiv auf die Anfragen und Sorgen der Verbraucher eingegangen wird.
5 Einsteiger-Tipps fürs Reputations-Management
- 1. Präsent sein: Nicht nur die eigene Website pflegen, sondern auch bei Twitter, Facebook & Co. eigene Profile anlegen. Achten Sie dabei darauf, möglichst immer den gleichen Namen bzw. den Firmen- oder Markennamen und auch Ihre CI zu verwenden. Wenn jemand schon mit Ihrem Namen angemeldet ist, ist das das beste Zeichen dafür, dass Sie viel zu spät dran sind. Für den Anfang müssen Sie noch gar nicht besonders aktiv sein, aber zumindest haben Sie sich schon einmal Ihren Claim abgesteckt: Ihren Namen oder Ihre Marke.
- 2. SEO: Lassen Sie Ihre Seite eventuell von einem kompetenten Suchmaschinenoptimierer überarbeiten, um sie bei den Suchmaschinen besser zu präsentieren.
- 3. Wachsam sein: Nutzen Sie einen Alert-Dienst wie beispielsweise Google Alert, um immer auf dem Laufenden darüber zu sein, was im Internet über Sie bzw. Ihre Marke veröffentlicht wird.
- 4. Löschen: Verschiedene Unternehmen bieten kostenpflichtige Löschdienste an, die unliebige Internetinhalte entfernen lassen. Achtung! Komplettes Löschen kann im Internet schwer bis unmöglich sein! Viele gelöschte Seiten sind auch nach längerer Zeit für findige Surfer noch zugänglich.
- 5. Abstinenz: Absolut internetfern leben, kein Blog führen, nichts hochladen, nirgends Mitglied sein, nicht kommentieren, schon gar nicht mit Klarnamen. Das ist allerdings schon für Privatpersonen kaum machbar – für Firmen ist es heutzutage kontraproduktiv und potenziell ruinös.
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